Eines schönen Abends – es mag schon zehn Jahre her sein – saß ich mit dem Arzt Walter Rella zusammen in seinem alten Garten in Küb (Öster­reich). Kerzenlicht und flatternde Fledermäuse vervollkommneten die Stimmung. Wir kannten uns schon lange, hatten viele Jahre u.a. die Mög­lichkeiten analogischen Denkens diskutiert.

So hatte ich zB. über die Möglichkeit nachgedacht, ökonomische und einfache physikalische Begriffe zu analogisieren. Es schien mir nahe liegend, zB. „ökonomischer Wert“ und „physikalischer Impuls (p)“ durch den Ausdruck „Kraft ´ Zeit“ zueinander in Beziehung zu setzen. Ebenso schien es möglich, Gebrauchswert und Ort (q) und deren Ver­schie­bung bzw. materielle Änderung als „Bewegung ´ Zeit“ zu betrach­ten. Aufgrund dessen wäre es auch möglich, den Begriff „Produktiv­kraft“ – das heißt die Produktion von Gebrauchswerten pro Werteinheit – als Quotient q/p darzustellen. Nach Kürzung ergäbe sich daraus der Ausdruck t/m. Solche Gedanken stellte ich nun Rella vor. Aber was für eine Bedeutung sollte einem scheinbar so sinnlosen Term wie „t/m“ zugeschrieben werden? Wir unterhielten uns lange darüber – ohne eine Antwort zu finden. Zum Schluss sagte er, ich solle darüber weiter nachdenken.

Das habe ich getan. Mehrere Versuche liefen ins Uferlose und wurden wieder aufgegeben – bis ich endlich einen neuen Anfang fand, der, wie ich glaubte und hoffte, meiner Gedankenentwicklung festen Boden geben konnte. So entstand endlich dieses Buch. Immer noch war Rella dabei mit seinen Antithesen und ständigen Fragezeichen. Und immer wieder standen wir ziemlich diametral einander gegenüber – er als Katholik, ich als alter Marxist.                    

Erwähnt muss aber werden, dass auch Rella eine eigene tiefge­hen­de Gedankenarbeit trieb. Beide waren wir gewiss Außenseiter. Einerseits interessierten wir uns intensiv für die Möglichkeiten des Analogieden­kens und in diesem Zusammenhang auch für die möglichen Bedeutun­gen gewisser transzendenter Zahlen – wie zB. der Euler’schen Zahl e und des Goldenen Schnittes F. Andererseits beschäftigte sich Rella auch mit verschiedenen theoretisch-physikalischen Problemen, deren Tiefe mich immer stark beeindruckte, darunter auch mit den ganz besonderen physikalischen Eigenschaften des Wassers.

So ging alles weiter bis zum Schluss der hier vorgelegten Arbeit, wobei er mir auch praktisch viel geholfen hat. Dafür bin ich ihm natür­lich sehr dankbar.  Doch, um die feste Struktur des aufgestellten kate­gorialen Systems zu bewahren, war ich fix darauf eingestellt, das was ich die „Zweite Schranke“ meines Kategoriensystems nannte, zu respektieren. Wovon man nicht reden kann, soll man ja bekanntlich lieber schweigen. Das befriedigte aber uns beide nicht! Er hatte indessen – zwar in ganz hypothetischer und skizzenhafter Form – einen anschei­nend universalen Weltzusammenhang entwickelt, der seiner Meinung nach sogar eine bestimmte Bewusstseinstheorie einschloss.  Sollte es möglich sein, dass diese Theorie zusammen mit meinem eigenen Ka­te­goriensystem eine Art „Einheitstheorie“ bildet – obschon eine solche Theorie gewiss nicht unmittelbar in das von mir vorgestellte System einzupassen schien? Sollte mein System also doch – und gegebenenfalls wie – erweitert werden? Würde es flexibel genug  sein, um eine solche Erweiterung zu gestatten? So war die Lage, als dieses Buch schon im Großen fertig war. Schließlich schien es mir notwendig, Rella selbst in Diskussionsform zu Wort kommen zu lassen…